iSFP

Energieausweis oder Sanierungsfahrplan: Was brauchen Sie in Hannover wirklich?

Energieausweis oder Sanierungsfahrplan: Was brauchen Sie in Hannover wirklich? | energiepass HANNOVER, Telefon 0152 060 777 67
Stephan Grosser, Energieausweis-Experte Hannover
Stephan Grosser Immobilienexperte für Energieausweise seit 2018

Energieausweis oder Sanierungsfahrplan? Die kurze Antwort: Der Energieausweis ist bei Verkauf und Neuvermietung Pflicht und kostet bei mir 299 bis 399 Euro Festpreis. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist freiwillig, kostet nach BAFA-Zuschuss meist 650 bis 1.650 Euro und lohnt sich nur, wenn Sie tatsächlich sanieren wollen, dann aber mit bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit.

Beide Dokumente werden ständig verwechselt. Fast wöchentlich ruft mich jemand aus Hannover an und fragt nach einem “Energieausweis mit Sanierungsplan”, gemeint ist mal das eine, mal das andere.

Als Immobilienexperte für Energieausweise, seit 2018 tätig, kläre ich diese Frage täglich. Sie bekommen hier die klare Abgrenzung, alle Zahlen zur Förderung 2026 und eine ehrliche Entscheidungshilfe.

Was unterscheidet Energieausweis und Sanierungsfahrplan grundsätzlich?

Der Energieausweis ist ein gesetzliches Pflichtdokument nach GEG: Er dokumentiert den energetischen Ist-Zustand und macht Gebäude vergleichbar. Der iSFP ist eine geförderte Energieberatung nach BAFA-Richtlinie: Er plant Schritt für Schritt, wie Ihr Haus saniert werden sollte. Das eine weist nach, das andere plant voraus.

MerkmalEnergieausweisiSFP (Sanierungsfahrplan)
ZweckNachweis und Vergleichbarkeit bei Verkauf/VermietungFahrplan für die schrittweise Sanierung
StatusPflicht bei Verkauf und Neuvermietung (§ 80 GEG)Freiwillig
RechtsgrundlageGEG §§ 79 ff.BAFA-Richtlinie Energieberatung für Wohngebäude
InhaltKennwert in kWh/(m²·a), Effizienzklasse A+ bis H, Modernisierungsempfehlungen (§ 84 GEG)Sanierungsetappen mit Kosten, Einsparungen und Förderwirkung
Gültigkeit10 Jahre (§ 79 Abs. 3 GEG)Maßnahmen müssen für den Bonus innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden
AusstellerBerechtigte nach § 88 GEG mit DIBt-RegistriernummerNur Experten der dena-Energieeffizienz-Expertenliste
KostenBei mir 299 € (EFH) / 399 € (MFH) FestpreisCa. 1.300 bis 2.500 €, davon 50 % BAFA-gefördert

Der wichtigste Punkt steht in der letzten Zeile der Pflichtfrage: Ohne gültigen Energieausweis bei Verkauf oder Neuvermietung drohen bis zu 10.000 Euro Bußgeld nach § 108 GEG. Ohne iSFP droht Ihnen nichts, Ihnen entgeht höchstens Förderung.

Wann reicht der Energieausweis völlig aus?

Der Energieausweis reicht immer dann, wenn Sie verkaufen, neu vermieten oder einfach den energetischen Zustand kennen wollen, ohne konkrete Sanierungspläne. Das ist die Mehrheit der Fälle, die ich in Hannover betreue.

Drei typische Situationen:

Sie verkaufen. Der Käufer braucht den Ausweis, Sie brauchen die Pflichtangaben für die Anzeige nach § 87 GEG. Ein iSFP wäre rausgeworfenes Geld, denn ob und wie der Käufer saniert, entscheidet er selbst.

Sie vermieten neu. Gleiche Logik: Ausweis vorlegen, übergeben, fertig. Mehr verlangt das Gesetz nicht.

Sie wollen erst einmal Klarheit. Auch dafür genügt der Ausweis, und zwar als Bedarfsausweis. Der analysiert Gebäudehülle und Anlagentechnik und enthält bereits Modernisierungsempfehlungen nach § 84 GEG. Welche Variante für Ihr Haus die richtige ist, erkläre ich im Artikel Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis beim Einfamilienhaus.

Mein Praxis-Tipp für Verkäufer: Investieren Sie die Energie nicht in einen iSFP, sondern in einen sauber optimierten Energieausweis. Mit meiner Best-Case-Optimierung prüfe ich alle zulässigen Stellschrauben, damit Ihr Haus die bestmögliche Effizienzklasse erreicht, ganz ohne Sanierung. Eine bessere Klasse in der Anzeige ist beim Verkauf bares Geld wert.

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Wann lohnt sich der iSFP wirklich?

Der iSFP lohnt sich, sobald Sie mindestens eine größere Maßnahme an Gebäudehülle oder Anlagentechnik planen. Denn er bringt 5 Prozentpunkte mehr BAFA-Zuschuss und verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr. Schon ab etwa 15.000 Euro Investition hat sich der Fahrplan refinanziert.

Die Zahlen im Detail (BEG Einzelmaßnahmen, Stand 2026):

Ohne iSFPMit iSFP
Zuschuss Gebäudehülle/Anlagentechnik15 %20 %
Förderfähige Kosten pro WE und Jahr30.000 €60.000 €
Maximaler Zuschuss pro WE4.500 €12.000 €

Rechenbeispiel für ein Gründerzeithaus in der Südstadt: Neue Fenster und Dämmung der obersten Geschossdecke für 40.000 Euro. Ohne iSFP gibt es 15 Prozent auf maximal 30.000 Euro, also 4.500 Euro. Mit iSFP gibt es 20 Prozent auf die vollen 40.000 Euro, also 8.000 Euro. Der Mehrwert von 3.500 Euro übersteigt den iSFP-Eigenanteil deutlich.

Zwei Einschränkungen gehören zur ehrlichen Beratung dazu. Erstens: Beim reinen Heizungstausch über die KfW-Förderung 458 gilt der iSFP-Bonus nicht, dort arbeiten Grundförderung von 30 Prozent und eigene Boni bis maximal 70 Prozent. Zweitens: Der Bonus greift nur für Maßnahmen, die im Fahrplan empfohlen sind und innerhalb von 15 Jahren umgesetzt werden.

Wichtig zur Rollenverteilung: Einen iSFP dürfen nur Energieeffizienz-Experten der dena-Liste erstellen. Energieausweise erstellt ein DIBt-registrierter Aussteller, mit dem ich zusammenarbeite, für Sanierungsfahrpläne arbeite ich mit dena-gelisteten Experten zusammen. Details dazu finden Sie auf meiner Seite zum individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP).

Was kosten Energieausweis und iSFP in Hannover?

Der Energieausweis kostet bei mir 299 Euro für das Einfamilienhaus und 399 Euro für das Mehrfamilienhaus, jeweils Festpreis ohne versteckte Kosten. Ein iSFP kostet am Markt 1.300 bis 2.500 Euro, das BAFA übernimmt 50 Prozent, maximal 650 Euro (EFH/ZFH) beziehungsweise 850 Euro (MFH ab 3 Wohneinheiten).

DokumentMarktkostenFörderungIhr Eigenanteil
Energieausweis EFH299 € Festpreis bei mirKeine299 €
Energieausweis MFH399 € Festpreis bei mirKeine399 €
iSFP EFH/ZFHCa. 1.300 bis 1.800 €50 %, max. 650 €Ca. 650 bis 1.150 €
iSFP MFH (ab 3 WE)Ca. 1.700 bis 2.500 €50 %, max. 850 €Ca. 850 bis 1.650 €

Zur Einordnung: Bis August 2024 förderte das BAFA noch 80 Prozent der Beratungskosten. Die Kürzung auf 50 Prozent wurde auch im Haushalt 2026 beibehalten. Der eigentliche Hebel des iSFP liegt deshalb heute nicht im Beratungszuschuss, sondern im Bonus auf die Sanierungsförderung.

Alle Energieausweis-Preise inklusive Nichtwohngebäude habe ich im Artikel Energieausweis-Kosten in Hannover 2026 aufgeschlüsselt.

Welche Förderungen gibt es speziell in Hannover?

Hannover hat neben BAFA und KfW eine lokale Besonderheit: den enercity-Fonds proKlima. Er fördert energetische Sanierungen im Stadtgebiet Hannover sowie in Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze, kombinierbar mit der Bundesförderung.

Laut den aktuellen Förderbestimmungen bezuschusst proKlima unter anderem Dämmmaßnahmen mit nachhaltigen Dämmstoffen und hochwertige Fenster, dazu gibt es Kombi-Boni, wenn eine Wärmepumpe zusammen mit einer Sanierung der Gebäudehülle kommt. Die Region Hannover ergänzt das mit eigenen Programmen wie der Dach-Solar-Förderung und kostenlosen Erstberatungen.

Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen. Die kostenlosen Kurz-Checks der Region ersetzen keinen vollwertigen iSFP, sie liefern aber einen guten Einstieg. Und Förderbedingungen ändern sich laufend, prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor Antragstellung direkt bei proKlima und Region Hannover.

Gerade für die typischen Sanierungskandidaten der Stadt, Gründerzeithäuser in Linden und der List oder Nachkriegsbauten mit ungedämmter Hülle, kommt so ein beachtliches Förderpaket zusammen. Was speziell für ältere Häuser gilt, lesen Sie im Artikel Energieausweis für den Altbau in Hannover.

Wie treffen Sie jetzt die richtige Entscheidung?

Die Entscheidungsregel aus meiner täglichen Praxis: Verkauf oder Neuvermietung ohne Sanierungspläne heißt Energieausweis, geplante Sanierung ab etwa 15.000 Euro heißt Energieausweis plus iSFP. Nur der iSFP allein ist fast nie die Antwort, denn spätestens beim Eigentümerwechsel brauchen Sie ohnehin den Ausweis.

So gehe ich mit Kunden aus Hannover vor:

  1. Anlass klären: Verkauf, Vermietung oder Sanierung? Das entscheidet 90 Prozent der Frage.
  2. Beim Verkauf: Bedarfsausweis mit Best-Case-Optimierung erstellen, Pflichtangaben für die Anzeige sichern. Fertig.
  3. Bei Sanierungsplänen: Erst grob die Investitionssumme schätzen. Ab etwa 15.000 Euro rechnet sich der iSFP über den 5-Prozent-Bonus praktisch immer.
  4. Häufiger Fehler: Erst sanieren, dann den Fahrplan beauftragen. Der Bonus gilt nur für Maßnahmen, die der iSFP vorher empfohlen hat. Die Reihenfolge ist entscheidend.

Aus meiner Erfahrung mit hunderten Energieausweisen kann ich Ihnen außerdem sagen: Ein aktueller Bedarfsausweis ist die perfekte Grundlage für jedes spätere Beratungsgespräch, weil Gebäudedaten und Schwachstellen dann schon sauber erfasst sind.

Fazit: Pflicht zuerst, Förderung wenn es passt

Der Energieausweis ist Ihre gesetzliche Pflicht und mit 299 bis 399 Euro Festpreis der schnelle, günstige Schritt. Der iSFP ist das freiwillige Förderinstrument für alle, die wirklich sanieren, dann aber mit bis zu 12.000 Euro Zuschuss pro Wohneinheit. Hier können Sie Ihren Energieausweis direkt bestellen, Festpreis, persönliche Beratung und Lieferung in 24 Stunden.

Stephan Grosser, Energieausweis-Experte Hannover
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